Motto 2026Die Gemeinde Pfinztal plant ein starkes und inspirierendes Debüt: Erstmals wird Pfinztal im Jahr 2026 an den Internationalen Wochen gegen Rassismus teilnehmen!
Unter dem Motto 100% Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus bekennt sich unsere Gemeinde zu einem demokratischen Miteinander in Vielfalt und setzt ein Zeichen für Menschlichkeit.
Wir sind überzeugt: Unsere Stärke liegt in unserer Vielfalt. Viele tolle Aktionen und Projekte, die sich für den Schutz der Menschenrechte und gegen Rassismus einsetzen, laufen bereits in Pfinztal. Was bisher fehlte, war eine gemeinsame Plattform, um diese Initiativen sichtbar zu machen, zu koordinieren und zu vernetzen.
Im hier verlinkten Text Rechtspopulismus und Rechtsextremismus (PDF, 261 KB) wird der Versuch einer Einordnung mit Sorgfalt festgehalten.
| Die Broschüre der Gemeinde: |
Alle Veranstaltungen (PDF, 2,6 MB)
Alle Veranstaltungen, groß (PDF, 37,4 MB) |
| Eine Broschüre der Stiftung gegen Rassismus | Das Grundgesetz feiern (PDF, 10,2 MB). |
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Zur Stiftung gegen Rassismus, weiterführende Broschüren: | Stiftung-gegen-Rassismus.de |
| Unser Beratungsteam: | lago-bw.de/mobirex-monitoring-bildung-information |
| Zur Gemeinde Pfinztal: | Pfinztal.de |
Die Broschüre der Gemeinde:
Alle Veranstaltungen (PDF, 2,6 MB)
Alle Veranstaltungen, groß (PDF, 37,4 MB)
Feedback-Abend zu den ersten Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) in Pfinztal 2026
Unser engagiertes Organisationsteam, Vertretungen der Partnerorganisationen, Initiativen sowie teilnehmende Einzelpersonen trafen sich letzte Woche, um die Resonanz auf das vierwöchige Programm und Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu evaluieren.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Durchweg alle Veranstaltungen waren gut bis sehr gut besucht. Ausgesprochen viel Lob erhielten die verantwortlichen Akteure und Akteurinnen.
Wie zu hören war, erzielten diese aufwändigen Projektwochen auch von außerhalb Pfinztals in der Region Bestnoten. Allgemein gelobt wurden das vielfältige qualitativ hochwertige Programm sowie die professionell gestaltete Broschüre. Die unterschiedlichen Angebote aus dem Bereich Politik, Religion, Kultur und Wissenschaft sorgten für ein hochzufriedenes Publikum.
Was auf der anderen Seite uns vom Organisationsteam und allen Akteur:innen besonders gut gefallen hat, war die Bereitschaft der Pfinztaler und Pfinztalerinnen, auch Events anderer Veranstalter zu besuchen als nur diejenigen, zu denen man/frau sich sowieso zugehörig fühlt. So gab es die oft genutzte Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen oder bekannte näher kennen - und schätzen zu lernen.
Was alle Teilnehmende dieser IWgR in Pfinztal gemeinsam verbindet, ist offenkundig die Haltung, für 100% Menschenwürde und gegen Rassismus aktiv einzustehen.
Diese Erkenntnis rechtfertigt alle Anstrengungen der Verantwortlichen. Die schweigende und die engagierte Mehrheit in Pfinztal ist gegen Rassismus, in welcher Form auch immer.
Dank an alle ehrenamtlich Tätigen, die viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung, Werbung und Durchführung ihrer Veranstaltungen gesteckt haben.
Dank an die vielen Pfinztaler Besucherinnen und Besucher, die das abwechslungsreiche Angebot für die Verteidigung demokratischer Werte vor Ort genutzt haben.
Ohne diese überwältigende Teilnähme der Bevölkerung an den Events für Jung und Alt aus der Mitte der Gesellschaft hätte das bestdenkbare Programm nichts bewirkt.
Unser Dank gilt auch der Gemeindeverwaltung, die uns unterstützt hat.
Ob 2027 die zweite Auflage der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Pfinztal stattfinden wird? Keine Frage: JA.
Ein Begriff aus der Geschichte und seine aktuelle Wirkung
In der Abschlussveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus zeigte die SPD Pfinztal den Film Die Arier der Journalistin und Filmemacherin Mo Asumang.
In ihrem Dokumentarfilm setzt sich Mo Asumang mit dem Begriff "Arier" auseinander. Sie sucht nach einer Erklärung, woher dieser Begriff kommt und wie Menschen ihn im Rahmen des historischen und aktuellen Rassismus definieren. Dazu reist sie in die Welt des Rechtsextremismus hier und in den USA. Sie interviewt Neonazis und Gruppen wie den Ku-Klux-Klan.
Als afrodeutsche Journalistin konfrontiert sie diese mit deren widersprüchlichen Äußerungen und rassistischen Weltbildern. Befremdliche Auffassungen entlarvt sie. Bis zum "nur einen Katzensprung" entfernten Stern Aldebaran führen sie die Phantasien der interviewten Personen.
Bei ihren aufklärenden Recherchen stößt sie auf die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Arier ursprünglich aus dem Iran stammen und, dass es sie heute noch gibt. In einer Reise in den Iran besucht sie freundliche Arier, die der Verwendung ihre Selbstbezeichnung in Deutschland, aber auch bis hin zu den USA mit lächelndem Unverständnis begegneten.
Die von Malik Kartal (SPD) souverän moderierte anschließende Diskussion zeigte unterschiedliche Ansätze zum Umgang mit Rassismus und seinen Protagonistinnen und Protagonisten auf. Partei-Verbote wurden kontrovers diskutiert, Entlarvung, aktive Kommunikation, auch Empathie wurden genannt.
Der spannende, ergreifende Abend darf zurecht als geeigneter Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 gewertet werden.
Das Gebet für den Frieden
Die Ökumenische Gruppe Friedensgebet lädt an jedem ersten Donnerstag im Monat um 12.05 Uhr zum Gebet ein. Im April 2026 fand das Friedensgebet in der evangelischen Martinskirche in Pfinztal-Berghausen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.
Auch in allen folgenden Monaten sind Sie zum gemeinsamen Friedensgebet herzlich eingeladen!
- ein Nachmittag voller Überraschungen
Der Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen hatte am 28. März zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus in Pfinztal in den Selmnitzsaal Berghausen eingeladen. Frühlingshaft dekoriert wirkte der Saal auch sehr einladend auf die zahlreich eintreffenden Gäste. Skeptisch zeigten sich einige zu Beginn, ob sie das vierstündige Programm durchhalten würden.
So viel vorneweg: Sie hielten alle durch.
Mit spannungsreichen, vielseitigen und überaus interessanten Impulsen, Informationen, viel Austausch und Live-Musik vom Feinsten überzeugte das Team rund um Sven Wilms.
Nach der Begrüßung durch Michael Drescher als Vorsitzender des OV der Grünen und einleitenden Worten von Monika Lüthje-Lenhart heute als Vertreterin des Organisationsteams der Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) startete der Nachmittag mit einer TerraX-Filmreportage zum Thema Alltagsrassismus in der heutigen Zeit.
Anschließend gab es die Möglichkeit des Austausches bei Kaffee und leckerem Kuchen. Die Gäste mischten sich in Gesprächen untereinander und lernten sich dabei (besser) kennen.
Als eines der Highlights dieses besonderen Nachmittags überraschte das Duo Lorenzo De Cunzo & Tarek El Barbari mit einer speziellen Folk-Song-Auswahl. Aus Volksliedern über die europäischen Grenzen hinweg führte uns das Duo auch nach Arabien, Israel und in die USA. Mikro zum Singen? Das benötigten die beiden Musiker nicht. Ihre Stimmen füllten den Raum.
Das allen bekannte deutsche Volkslied "Aus einem kühlen Grunde" lud zum Mitsingen ein. Der Gäste-Chor klang wundervoll, auch deshalb, weil eine bekannte Opernsängerin aus Pfinztal unter den Gästen war.
Sven Wilms hatte nun die schwere Aufgabe, das Publikum mit einem Vortrag über die Antwort auf die Frage, wie die Deutschen weiß wurden, einen Bogen der Geschichte des Rassismus von der Vorzeit bis heute zu spannen.
Er bewies bewundernswerte historische Sachkenntnis. Ohne Spickzettel umriss er die historischen Rahmenbedingungen für das Selbstbildnis derer, die Rassismus für sich moralisch rechtfertigten. Religiöse, wirtschaftliche und nationalistische Eigeninteressen, derer, die gerade das Sagen hatten, Macht und Einfluss bewirkten unterschiedliche Ursachen und Formen von Rassismus.
Auszüge aus dem Vortrag:
In der Antike war Sklavenhandel üblich. Man dachte in Kategorien von Kultur, Sprache und Bürgerrecht, nicht von "Blut" oder "Hautfarbe".
Im Mittelalter galt: Gott hat vorherbestimmt, welche Menschen gerettet werden und welche nicht. (Johannes Calvin 1509 – 1564). Weiß stand für Reinheit, Unschuld und Göttlichkeit, Schwarz wurde mit dem Teufel, der Sünde und dem Tod assoziiert
Mit der Entdeckung Amerikas 1492, der Aufspaltung der christlichen Glaubenskultur (1517) und dem modernen Buchdruck in der frühen Neuzeit emanzipierte sich die Wissenschaft von der Theologie. Mit Beginn der Kolonialisierung wurden erste Rassenbegriffe etabliert.
In der Aufklärung 1700 – 1800 wurde Rasse in ein "Ordnungssystem" gepackt. Es galt das Christentum nach "Göttlichem Plan" in die Welt zu exportieren.
Beispiel: Kant systematisierte "Rassen" als vererbbare Untergruppen der Menschheit.
Er spricht in seinen Texten von abgestuften "Anlagen" und ordnet Europäern die höchste Entwicklungsfähigkeit zu, während er Afrikaner, Amerikanische Indigene und Asiaten mit geringeren geistigen / kulturellen „Vermögen“ beschreibt.
Kant zeigt exemplarisch, wie die Aufklärung emanzipierende Werkzeuge (Recht, Gleichheit, Kritik) bereitstellt, aber gleichzeitig "Gleichheit" an "Rasse" koppelt. "Vollkommenheit" nur in "weißer Kultur".
Diese Ambivalenz trug zur Normalisierung von "Weißsein" als Maßstab bei.
1800 – 1900 begann gleichzeitig mit der Nationenbildung, der Evolutionstheorie und der Eugenik auch der "Rassenkampf" als Grundlage des Nationalsozialismus und des Antisemitismus in seiner schlimmsten Form.
Aus der Geschichte lernen wir: Rassismus ist eine Bedrohung für die Menschenwürde und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und kann zu Gewalt und Terror eskalieren.
Fazit: "Weiß werden" bezieht sich nicht nur auf die Hautfarbe. Auch im übertragenen Sinne hat Sven Wilms den Titel seines Vortrags gewählt: "Weiß werden = sich rein waschen" bedeutet ein reines Gewissen behaupten und herleiten – unter mittlerweile voll und ganz widerlegten Prämissen.
Heute wissen wir, dass es bei Menschen keine Rassen gibt. Wir haben alle
zu 99% das gleiche Erbgut.
Zwei Menschen aus derselben Region können genetisch unterschiedlicher
sein als zwei Menschen von verschiedenen Kontinenten. Das bedeutet - die
Differenzierung hat keinerlei biologische Grundlage, sondern ist
Menschen-gemacht zur Verfolgung eines Zwecks. Wir sind unterschiedlich,
aber nicht aufgrund von Rassen.
Noch sehr lange wirkte dieser beeindruckende Vortrag bei den Gästen nach. Mit neue Erkenntnissen, Aspekte und Einordnungen bereichert, gingen sie noch lange nicht nach Hause. Als Stühle, Tische, Geschirr und sonstige Utensilien schon längst aufgeräumt waren, standen die Menschen noch lange in Diskussionen vertieft zusammen.
Das Ziel dieses Events: Musik, Infos und Miteinander zu verbinden, hat bestens funktioniert. Die Gäste lobten unisono diesen Beitrag der Grünen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR).
Wir freuen uns auf die beiden letzten auf dem Programm stehenden Veranstaltungen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus in Pfinztal 2026:
Wer die Folien des Vortrags nachlesen möchte, klickt bitte hier (PDF, 1,19 MB).
Ein Vortrag von Marcel Ruß
In seinem Beitrag zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) widmete sich Marcel Ruß, Strategischer Sozialplaner der Stadt Stuttgart, dem Thema Einsamkeit und Rassismus.
Er zeigte auf, dass Einsamkeit einerseits Folge von Ausgrenzung durch Rassismus sein kann, andererseits aber auch einsame Menschen anfällig macht, rassistischen und verschwörungsideologischen Erzählungen zu folgen.
Er stütze sich bei seinem mit interaktiven Elementen ergänzten Vortrag auf wissenschaftlich belegte Studien der letzten Jahre - insbesondere nach der Pandemie.
Fakt ist, dass Einsamkeit nicht nur Einzelne, sondern uns als gesamte Gesellschaft betrifft. Ein Problem, das uns alle angeht.
Wer Vertrauen in staatliche Institutionen verliert und sich gesellschaftlich ausgegrenzt fühlt, sucht oft Schuldige für das schambehaftete und schmerzhafte Einsamkeitsgefühl. Damit grenzen sich einsame Menschen in ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld oft noch mehr ab. Sie erleben sich als außenstehend, nicht zugehörig. Das trifft Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die durch bestimmte Brüche auf ihrem Lebensweg aus der Bahn geworfen wurden. Wahlanalysen zeigen, dass ein hoher Prozentsatz einsamer Menschen dazu neigt Parteien zu wählen, die rechtsextreme Thesen vertreten.
Ausgrenzung wird in analogen und digitalen „Meinungsblasen“ gefestigt. Ein konstruktiver Weg aus der Einsamkeit ist immer schwerer aus eigener Kraft zu finden. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, bedarf es Empathie und niederschwelliger Angebote. Wege aus der Einsamkeit sind sowohl individuell als auch kommunal zu finden.
Hier setzt die strategische Sozialplanung an. Zum Glück konnte uns Marcel Ruß verschiedene in Stuttgart erfolgreich erprobte Lösungsansätze vorstellen.
Die Teilnehmenden an dieser Veranstaltung diskutierten das Phänomen Einsamkeit offen. Sie teilten eigene Erfahrungen und bereicherten im Dialog den Austausch über Maßnahmen und Wege, die einsame Menschen zurück zur gesellschaftlichen Teilhabe führen können.
Konfessionsübergreifend gegen Rassismus
Die Menschenwürde für jede und jeden Einzelnen ist nach christlicher Überzeugung DAS Geschenk Gottes. Anlässlich der Wochen gegen Rassismus wurde das in einem ökumenischen Gottesdienst am 22. März in Pfinztal gefeiert unter dem Leitgedanken 100% Menschenwürde.
In der biblischen Bildsprache hat der Mensch sogar die Würde einer Königin bzw. eines Königs. Als Erinnerung daran erhielt jeder Gottesdienstbesucher am Ende einen "Königs-Button". Mit dem bildlichen König-Sein trägt jeder einzelne Mensch auch Verantwortung für die Erde und das Leben. Dieser Anspruch hat nach der Botschaft Jesu die Konsequenz zu dienen und gerade nicht sich über andere zu erheben.
Neben der Orientierung an entsprechenden Bibeltexten wurde dazu aufgefordert, bewusstes und unbewusstes Schuldig-Werden anzuschauen: Hass, Besitzgier, Neid, Gleichgültigkeit oder Hochmut und Überheblichkeit können zu Rassismus führen und dazu, andere zu erniedrigen und ihre Menschenwürde zu missachten.
Musikalische Beiträge des Projektchores des Weltgebetstages bauten eine Brücke zu Christen in Nigeria. Mit dem Hoffnungslied "We shall overcome" klang der Gottesdienst aus. Von evangelischen, katholischen und neuapostolischen Christen gemeinsam war er vorbereitet worden.
Thomas Trzebitzky
Flüchtlingshilfe Pfinztal: Storytelling
Im Rahmen der Veranstaltungen gegen Rassismus hatte die Flüchtlingshilfe Pfinztal am Sonntagnachmittag zum "Zuhören" eingeladen. Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern, die bei uns Zuflucht gefunden haben, erzählten ihre Geschichten und ihre Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus, aber auch über neue Freundschaften und viel Hilfe durch Nachbarn oder BetreuerInnen.
Es sprachen Frdaws, Hassan, Adeeba, Meriam, Abida und ihr Vater, Victoria. Die beiden Moderatorinnen, Nadya Rauff-Nisthar und Dagmar Elsenbusch steuerten ihrerseits noch viele Geschichten bei.
| Frdaws | |
| Hasan, Teil 1 | |
| Hasan, Teil 2 | |
| Adeeba | |
| Familie S. | |
| Ksenia | |
| Miriam | |
| Nadya | |
| Victoria | |
| Danny, gelesen |
Die große Kuchentheke wurde in der Pause rege genutzt. Das Gehörte sorgte für viel Gesprächsstoff und Nachfragen. Nach der Pause kamen insbesondere die UkrainerInnen zu Wort. Dabei wurden vor allem Probleme bei der Arbeitssuche, am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche thematisiert.
Den Abschluss bildeten die sehr berührenden Gedanken von Danny Garo, der derzeit seine Bilder im Rathaus ausstellt und offensichtlich auch ein hervorragender Erzähler ist. Fazit aus dem Publikum: solche Veranstaltungen müsste es häufiger geben.
Voller Erfolg des Puppenspiels im überfüllten Haus der Begegnung.
Frei nach dem berührenden preisgekrönten Bilderbuch von Kathryn Cave erzählen Lore Mischo und Ameen Alia in ihrem Puppenspiel von einem kleinen Einzelwesen, das sich von allen anderen unterscheidet. Mit Vornamen heißt es "Irgendwie", mit Nachnamen "Anders". Es sucht Freunde, aber weder der Elefant, der Pinguin noch die Katze und erst recht nicht der hüpfende Frosch wollen sich mit ihm abgeben. Keiner will mit ihm spielen, schwimmen oder singen. Sie möchten nur mit ihresgleichen befreundet sein. Und dann wird ihm auch noch ungefragt an den roten Haaren gezogen.
Irgendwie Anders wird daraufhin sehr traurig. Glücklicherweise klopft das "Etwas" an seine Tür. Obwohl es ebenfalls völlig anders aussieht, teilen sie doch das gleiche Schicksal. Sie akzeptieren sich, so wie sie sind und zeigen, wie Freundschaft, Toleranz und ein empathisches Aufeinander-Zugehen trotz individueller Unterschiede gelingen kann. Plötzlich will sogar der Pinguin mitsingen.
Gebannt lauscht das 30-köpfige Publikum dem wunderbaren Puppenspiel, das die Stoffpuppen zum Leben erweckte. Lustige verstellte Stimmen, humorvolle Dialoge, brachten alle - einschließlich der Erwachsenen - zum Lachen, aber auch zum Nachdenken.
Im Nachgang reflektierten die Puppenspieler Lore Mischo und Ameen Alia vor dem liebevoll gestalteten Puppentheater mit den Kindern, was denn da in der Geschichte alles so passiert ist und was der Elefant, die Katze, der Pinguin und besonders der freche Frosch hätten anders machen können. Es zeigte sich, dass die Kinder sehr wohl die Botschaft der Geschichte verstanden hatten und sich in "Irgendwie Anders" hineinversetzen konnten.
Nach mit verdient viel Applaus bedachtem Spiel durften die Gäste sich mit Kaffee, Kuchen, Brezeln und Apfelsaft stärken. Dann ging es an die Arbeit.
Eine riesige Fülle an Bastelmaterial stand zur Verfügung. Jedes Kind stellte seine eigene individuell gestaltete Socken-Handpuppe her.
Dank der tatkräftigen Unterstützung zweier Vertreterinnen der Textilwerkstatt funktionierte das Festkleben wichtiger Teile wie am Schnürchen.
Weder den Kindern noch deren Eltern wurde es langweilig. Nach zwei Stunden waren alle Handpuppen fertig. Stolz präsentierten die Kinder ihre kreativen Wesen, alle waren irgendwie anders.
Dieser Nachmittag passte hervorragend in den Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Pfinztal. So das einhellige Feedback der Gäste und der Veranstalter.
Ein starkes Zeichen für Menschlichkeit: Volles Haus bei den Naturfreunden Pfinztal-Berghausen
Wenn politische Haltung auf gelebte Gemeinschaft trifft, entsteht etwas Besonderes. Die Naturfreunde Pfinztal-Berghausen blicken auf einen Abend zurück, der nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich alle Erwartungen übertraf.
Der Saal war "proppenvoll" – ein Anblick, der das Herz jedes Veranstalters höherschlagen lässt. Doch es war nicht nur die schiere Anzahl der Gäste, die beeindruckte, sondern vor allem die Mischung: Neben den treuen Mitgliedern fanden auch am Thema interessierte Bürgerinnen und Bürger den Weg zur Veranstaltung. Ein klares Indiz dafür, dass das Thema und der Ruf "100% Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus" weit über die eigenen Reihen hinausstrahlen.
Schon der Einstieg setzte ein deutliches Statement. Mit Konstantin Weckers kraftvollem Song "Sag Nein!" wurde die Richtung des Abends vorgegeben. Denn im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Pfinztal hatten die Naturfreunde diesen Abend der wechselhaften Geschichte der Naturfreunde gewidmet. Im Dritten Reich wurden die Naturfreunde verfolgt. Sie warfen nun die Frage auf, wie wir heute mit Rassismus und Faschismus umgehen wollen.
Musikalisch bereichert wurde das Programm durch drei junge Naturfreundinnen, die mit ihren Liedern nicht nur für eine besondere Atmosphäre sorgten, sondern auch zeigten, dass die nächste Generation fest an Bord ist. Zum Abschluss rundete das symbolträchtige Lied "Die weiße Rose" den emotionalen Rahmen perfekt ab.
"Aus gutem Grund": Informativ und kurzweilig
Im Zentrum des Abends stand der Vortrag von Paul Mehrer (Naturfreunde Berghausen). Unter dem Motto "Aus gutem Grund" gelang ihm das Kunststück, das Anliegen sowohl informativ als auch äußerst kurzweilig zu vermitteln. Die positiven Rückmeldungen aus dem Publikum sprachen Bände.
Auch die wichtige Funktion der Völkerverständigung erwähnte er. Mehrer berichtete lebhaft von den inspirierenden Begegnungen mit Gästen aus den Partnergemeinden Leerdam (Niederlande), Rokycany (Tschechien), Roquebrune-sur-Argens (Frankreich) und Kidira (Senegal).
Diese internationalen Freundschaften sind das lebendige Gegenmodell zu Ausgrenzung und Rassismus.
Dialog auf Augenhöhe
Ein weiteres Highlight war die anschließende Diskussion. Hier zeigte sich, dass das Publikum nicht nur zuhören, sondern mitgestalten wollte. Es entstand ein lebendiger Austausch, der bewies, wie tief verwurzelt das Bedürfnis nach Diskurs und Gemeinschaft ist.
"Ich glaube, es waren sogar ein paar Naturfreundinnen und Naturfreunde da, die gar nicht wussten, bei welch engagiertem Verein gegen Rassismus sie Mitglied sind."
Dieses Fazit eines Teilnehmers bringt den Erfolg des Abends auf den Punkt: Die Veranstaltung hat nicht nur nach außen gewirkt, sondern auch das interne Bewusstsein für das starke Profil der Naturfreunde geschärft.
Das Resümee der Verantwortlichen fällt durchweg positiv aus: Die intensive Vorbereitungsarbeit hat sich mehr als gelohnt. Die Naturfreunde Pfinztal-Berghausen haben bewiesen, dass sie ein wichtiger Ankerpunkt für Engagement, Vielfalt und klare Kante gegen Rassismus in der Region sind.
Kamishibai-Vorlesenachmittag in Söllingen
Im Rahmen der Wochen gegen Rassismus waren Kinder zu einem Vorlesenachmittag mit Bastelaktion in die Bibliothek eingeladen.
Mit dem Buch "Die Anderen" von Constanze Schargan nahm Gabi Deblitz-Hauer die Kinder hinein in eine Geschichte vom Anderssein: Die rosa Hausschweinchen sahen doch ganz anders aus, als die braunen Wildschweine mit ihren gefährlichen Hauern. Sie fanden sich gegenseitig richtig doof und wollten auf keinen Fall etwas miteinander zu tun haben. Sie bewarfen sich mit Schlamm, übten sich im Tauziehen … aber im Laufe der Geschichte merkten sie, dass man gemeinsam viel mehr Spaß haben kann.
Bei der Bastelaktion im Anschluss an die Geschichte konnten die Kinder sich für ein rosa Hausschwein oder ein braunes Wildschwein entscheiden. Die Wahl fiel manchmal schwer.
Erfreulich guten Zuspruch hatte die Vernissage der Ausstellung "Krieg und Menschenrechte" des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bildungszentrum Pfinztal. Barbara Fuchs, Rektorin der Geschwister-Scholl-Realschule, zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, in Pfinztal eine weitere Plattform für die Internationale Aktionswoche gegen Rassismus zu finden.
Über der Aula hängt bezeichnenderweise auch das Banner "Schule gegen Rassismus". Elke Engelmann, Direktorin des Ludwig-Marum-Gymnasiums, sorgte für Gänsehaut-Momente bei ihrer Erzählung, wie sie nach der Grenzöffnung 1989 als erste in ihrer Familie das Grab ihres Großvaters auf dem Soldatenfriedhof in Lommel, Belgien, besuchen konnte.
Bürgermeisterin Nicola Bodner nahm Bezug auf einen der dargestellten Lebensläufe eines Kriegsopfers, um von angebrochenen Leben und ermöglichten Lebenschancen den Bogen in die aktuelle Welt zu schlagen.
Volker Hans Vortisch, Ortsbeauftragter des Volksbundes, zeigte sich erfreut, dass auch Schüler an der Vernissage teilnahmen, gelte es doch, die Fackel an neue Generationen weiterzugeben, damit auch weiterhin Versöhnung über den Gräbern möglich ist. Er stellte kurz die Arbeit des Volksbundes, insbesondere für und mit jungen Menschen dar. Er beleuchtete Entstehung und Arbeit des Roten Kreuzes. Baden sei bei den ersten Staaten gewesen, die die Rot-Kreuz-Bewegung anerkannt und auch gefördert haben.
Nach einem ersten Rundgang fanden sich viele Grüppchen zusammen, bei denen Dr. Martin Michel, Vorsitzender des Bezirksverbands Nordbaden im Volksbund, ein gefragter Gesprächspartner war. Die Ausstellung wird eine Woche den Schulunterricht bereichern. Sie ist bis Montag, 23. März von 8:00 bis 16:30 Uhr in der Aula des Bildungszentrums Pfinztal, Schloßgartenstraße 11, zu sehen.
Volles Haus im evangelischen Gemeindehaus! Dass das Interesse so gewaltig sein würde, damit hatte selbst das optimistische Organisationsteam nicht gerechnet. In Windeseile mussten zusätzliche Stühle herbeigeholt werden, da die Bestuhlung im kleinen Saal dem Besucherstrom nicht standhielt. Ein deutliches Signal gleich zu Beginn: Das Thema bewegt die Menschen in Pfinztal.
Monika Lüthje-Lenhart begrüßte die Gäste sichtlich erfreut im Namen des Vorbereitungsteams. Die Lesung markierte den Startschuss für insgesamt elf Veranstaltungen, die in den kommenden vier Wochen im Rahmen der Pfinztaler Wochen gegen Rassismus 2026 stattfinden werden.
Buchhändlerin Margret Thorwart präsentierte eine kuratierte Auswahl an Literatur, die das komplexe Thema Rassismus aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtete.
Einen biografischen und höchst aktuellen Akzent setzte der Blick auf Saša Stanišićs Herkunft. Das preisgekrönte Buch wurde als eindringliches Plädoyer für eine offene Gesellschaft vorgestellt, das die Fragen nach Identität und Heimat fernab von Klischees verhandelt.
Als Bonbon zum Ausklang stellten Margret Thorwart und Andrea Funk das Kinderbuch Die Schnetts und die Schmoos von Axel Scheffler und Julia Donaldson vor. Mit diesem Werk zeigten sie auf charmante und zugleich tiefgründige Weise, wie absurd tief verwurzelte Vorurteile gegenüber dem "Anderen" sind – und dass diese überwunden werden können - eine Botschaft, die viel Applaus erntete.
Sprechkünstlerin Andrea Funk erweckte die Texte zum Leben. Ihre Lesung balancierte gekonnt zwischen humorvollen Passagen und Momenten tiefer Betroffenheit. Helena Tekin sorgte am Klavier für die passende atmosphärische Rahmung, die den Worten Raum zum Nachhallen gab.
Besonders das Thema "Alltagsrassismus" sorgte für spürbare Bewegung im Saal. Die Mischung aus mit Humor gespickten Anekdoten und emotional berührenden Momenten aus der Perspektive der Betroffenen kam beim Publikum an. Nach der anderthalbstündigen Veranstaltung herrschte Einigkeit: Die Kombination aus Buchauswahl, Vortrag und Musik war schlichtweg stimmig.
Nach dem offiziellen Teil war noch lange nicht Schluss. Die meisten Besuchenden blieben vor Ort, um am Büchertisch zu stöbern oder mit den Akteurinnen ins Gespräch zu kommen. Es wurde diskutiert, gelacht und reflektiert – genau das, was sich das Veranstalter-Team erhofft hatte.
Dieser literarische Nachmittag hat bewiesen, dass Pfinztal bereit ist, sich des Themas Rassismus anzunehmen, hinzusehen und zuzuhören.
100% Menschenwürde ist die Basis der Events im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus. Freuen wir uns auf die vielfältigen Veranstaltungen der nächsten vier Wochen.
Ein Abend voller spannender Einblicke in die Welt der Künstlichen Intelligenz und zugleich ein Plädoyer für menschliche Werte - so lässt sich der beeindruckende Vortrag von Dr. Mohanad El Haji im Naturfreundehaus Am Hopfenberg in Pfinztal-Berghausen zusammenfassen.
Den Bericht finden Sie auf der Seite der Initiative für Respekt, Toleranz und Vielfalt in Pfinztal.
Die Gemeinde Pfinztal plant ein starkes und inspirierendes Debüt: Erstmals wird Pfinztal im Jahr 2026 an den Internationalen Wochen gegen Rassismus teilnehmen! Unter dem Motto "100% Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus" bekennt sich unsere Gemeinde zu einem demokratischen Miteinander in Vielfalt und setzt ein Zeichen für Menschlichkeit.
Wir sind überzeugt: Unsere Stärke liegt in unserer Vielfalt. Viele tolle Aktionen und Projekte, die sich für den Schutz der Menschenrechte und gegen Rassismus einsetzen, laufen bereits in Pfinztal. Was bisher fehlte, war eine gemeinsame Plattform, um diese Initiativen sichtbar zu machen, zu koordinieren und zu vernetzen.
Genau hier setzt die Initiative an: Das Kulturkomitee der Gemeinde hat den Auftrag erhalten, eine Gruppe motivierter Ehrenamtlicher aus Pfinztal zusammenzustellen. Dieses bunte Team wird die Organisation der Internationalen Wochen gegen Rassismus in den kommenden Jahren übernehmen. Haltung zeigen ist die Devise!
Die zentrale Aufgabe dieser Gruppe ist es, die vielfältigen Angebote von Institutionen, Organisationen und Initiativen aus Pfinztal zu koordinieren. So entstehen jährlich attraktive und inhaltlich stimmige Programme, die unser gemeinsames Engagement bündeln. Die ehrenamtlich Tätigen kooperieren mit der Gemeindeverwaltung, ohne diese zusätzlich zu belasten – ein Beispiel für gelebte Bürgerschaft und Eigeninitiative!
Anlässlich der Auftaktveranstaltung Ende September 2025 wurden bereits konkrete Ideen und wertvolle Vorschläge für Kooperationen gesammelt. Das ehrenamtliche Team stürzt sich voller Tatendrang in die Arbeit, um Pfinztal bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 glänzen zu lassen.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Schulen, Kirchen und Organisationen herzlich ein, sich an dieser wichtigen Bewegung zu beteiligen. Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, dass Pfinztal eine Heimat ist, in der 100% Menschenwürde gelebt wird.
Machen Sie mit! Seien Sie dabei, wenn Pfinztal Haltung zeigt!
Hintergrund: Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden jährlich rund um den 21. März statt. Weitere Informationen und Materialien finden Sie unter: Stiftung-gegen-Rassismus.de/Internationale-Wochen-gegen-Rassismus-2026 https://stiftung-gegen-rassismus.de/internationale-wochen-gegen-rassismus-2026
Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt der Internetseite Internationale-Wochen-gegen-Rassismus.Pfinztal.de:
Kulturkomitee Pfinztal, Team zur Organisation der Internationalen Wochen
gegen Rassismus
Ein Gremium der Gemeinde Pfinztal
Vertreten durch Bürgermeisterin Nicola Bodner
Hauptstraße 70
D-76327 Pfinztal
Tel.: 0 72 40 62 -101
Fax: 0 72 40 62 -199
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